Die Figuren

Wer nach Tiefwasser reist

Drei Menschen, die aus einem anderen Grund mitgehen als die Händler. „Das wirst du selbst herausfinden“, sagt Amos. „Ich bin Karawanenführer, kein Wahrsager.“

Die Managerin

Karla Brandt

Vierundvierzig, führt ein Unternehmen, präsentiert Quartalszahlen vor dem Aufsichtsrat und wacht seit Jahren um 3:15 Uhr auf. Als sie zwölf war, ging ihr Vater. Ihre Wohnung hat ein Designer eingerichtet – nichts darin sieht nach ihr aus.

„Ich weiß genau, was ich will.“ Es klang selbst in ihren eigenen Ohren dünner, als sie beabsichtigt hatte.

Der Karawanenführer

Amos Reyhani

Schmal, sehnig, mit hellen, wasserähnlichen Augen. Flickt Gurte auf einem umgedrehten Eimer und geht an jedem Druck vorbei wie an einem Wetter, das woanders stattfindet. Er stellt die Frage, um die sich das Buch dreht.

„Das Testament sagt, was du tun musst. Ich fragte, was du willst.“

Die Reisende mit dem Auftrag

Noor

Anfang zwanzig, ein geflochtener Zopf, ein Blick, der immer wieder zum Stadttor wandert. An ihrem Gürtel hängt ein kleines Lederetui. Etwas darin muss zurück, wohin es gehört.

„Er trifft immer genau die Stelle, die man am liebsten geheim hält.“

Der Pfarrer ohne Gemeinde

Theo

Fünfundzwanzig Jahre Pfarrer in einer kleinen Gemeinde. Ein trockener Husten, ein ausgefranstes schwarzes Hemd und eine alte Rechnung mit jemandem, der schon lange nicht mehr antwortet.

„Ich bin aus der Übung, ein normaler Mensch zu sein.“

An der ersten Wegstation

Der Steinmetz

Ein alter Mann, älter noch als Amos, der seit Stunden an einem Stein arbeitet, von dem er nicht weiß, was er wird – nur, was er nicht wird.

„Sie tragen die überflüssigen Teile ihr ganzes Leben mit sich herum und nennen es Charakter.“

Der Notar

Idris Kalam

Rundlich, dünner Schnurrbart, ein Anzug, der in der Wüstenstadt fast heldenhaft wirkt. Er hat drei Jahre lang jeden Monat einen Anruf bekommen – immer mit derselben Frage.

„Ich bin nur der Mann mit den Akten.“